Muskatnuss

GEWÜRZ ALS APHRODISIAKUM

MYRISTICA FRAGRANS

Es war so kostbar, dass Kolonialmächte erbitterte Kriege um das Handelsmonopol führten. Der Name spiegelt diesen hohen Stellenwert kaum wider: Er bedeutet „nach Moschus riechende Nüsse“.

Herkunft und Geschichte

Jahrhundertelang suchte alle Welt die Heimat der Muskatnuss. Bis vor etwa 500 Jahren wussten nur einige arabische Händler, woher das Gewürz stammt. Begehrt war die Muskatnuss in Europa seit dem Mittelalter, ein Statussymbol für Reiche und Mächtige: Man trug sie als Amulett oder im Seidentäschchen, dazu eine kleine Reibe, um bei Tafeleien Speisen und Getränke zu aromatisieren. Der Gewürzhandel war Geld- und Machtfaktor. Und förderte die Entdeckung der Welt: Christoph Kolumbus (1451-1506), Fernando Magellan (1480-1321), Vasco da Gama (1469-1524) - sie alle zogen im Dienst ihrer Majestäten aus, um die Heimat von Gewürzen zu finden. 1512 fanden Portugiesen die Muskatnuss auf den Molukken. 300 Jahre lang gab es Kriege zwischen Portugal, Spanien, Holland und England um das Handelsmonopol für Muskatnuss und Gewürznelke. Erst Ende des 18. Jahrhunderts ging man zu friedlichem Handel über. Heute gibt es Muskatnussplantagen auf La Reunion, Mauritius und der Karibikinsel Grenada.

Qualität und Inhaltsstoffe

Die Muskatnuss ist botanisch keine Nuss, sondern der Samenkern der pfirsichartigen Frucht des immergrünen Muskatnussbaums. Der Samenkern ist von einer Schale und diese von einem Scharlachroten, verschnörkelten Mantel umgeben: Die Macis, die Muskatblüte färbt sich nach der Ernte beim Trocknen bernsteingelb und härtet aus. Der balsamische Geruch von Muskatnuss und -blüte kommt von einem ätherischen Öl‚aus dem beide jeweils zu zehn Prozent bestehen. Dieses Öl enthält Myristicin, das in größeren Mengen als giftig gilt. Würde man eine oder mehrere Muskatnüsse auf einmal essen, hätte es leberschädigende und in manchen Fällen auch halluzinogene Wirkungen. Es ist jedoch wissenschaftlich bewiesen, dass die drogenrauschähnliche Wirkung nur bei Menschen mit einer bestimmten genetische Disposition auftritt. Und man nimmt ja auch nur einen Hauch geriebener Muskatnuss zu sich. Interessant für die Küche: Nuss und Blüte besitzen ein feurig scharfes, leicht bitteres Aroma.

Verwendung in der Küche

Das ätherische Öl beider Muskatgewürze setzt sich aus einer Fülle von Duft-, Geschmacks- und Wirkstoffen zusammen, die auch in anderen Gewürzen enthalten sind, wie in Nelken, Kardamom, Basilikum, Zimt oder Zitrusfrüchten. Deshalb ist das Aroma von Muskat so ausgewogen. Geriebene Muskatnuss duftet kräftiger und eleganter, Macis eher heiterer. Es erinnert an Blüten und Orangenschale und harmoniert gut mit Lavendel. Mit Muskat würzt man Béchamelsauce, Kartoffelpüree, Blumenkohl, Rosenkohl und Spinat sowie herzhafte Quarkmassen, Polenta und Teigwaren.

Gesundheitsfördernde Eigenschaften

Die Substanzen des ätherischen Öls der Muskatnuss wirken schon in kleinen Mengen antibakteriell und, vor allem im Magen-Darm-Bereich, entzündungshemmend und entkrampfend. Sie fördern die Sekretion des Gallensafts und unterstützen die Leber. Eine Prise Muskat macht fette Speisen bekömmlicher. Muskat für Wurst (Weißwurst), Käsegerichte, rahmige Saucen und ballaststoffreiche Gemüse zu verwenden, hat also gute gesundheitliche Gründe.

Mein Tipp

Edel und elegant

Muskatnuss bekommt man zwar gemahlen, ich verwende sie aber nur im Ganzen und reibe sie, wie Macis auch, bei Bedarf frisch über das Gericht. So entfaltet sich ihr Aroma am besten. Damit es nicht zu dominant wirkt, sollte man vorsichtig dosieren und erst spät eine kleine Prise an ein Gericht geben! Ich nehme Muskatnuss gern für Nudeln, Kartoffelgerichte und Currys, für Gemüse und Gemüsesuppen. Tipp für klare Suppe: etwas Muskatnuss in den Teller reiben und die Suppe darübergeben.

Ganze Muskatnuss

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