Schwarzkümmel

ERLEBT EINEN BOOM ALS NATURHEILMITTEL

NIGELLA SATIVA

Schwarzkümmel ist ein dekoratives Gewürz. Die samtig schwarzen Nigella-Samen sehen aus wie winzige Kohlestückchen und machen sich gut auf Fladenbroten, Partybrötchen oder Blätterteiggebäck. Das Alte Testament erwähnt sie, die alten Römer schätzten sie, die moderne Naturheilkunde nutzt sie. Ihr kulinarisches Comeback ist das Verdienst der vegetarischen Küche.

Herkunft und Geschichte

Schwarzkümmelsamen sind tropfenförmig, nachtschwarz und fühlen sich matt und samtig an. Sie werden oft mit Schwarzem Sesam oder Schwarzem Kreuzkümmel verwechselt, doch mit diesen sind sie nicht verwandt. Sie sind die Samen des fliederfarben blühenden Hahnenfußgewächses Nigella, das aus dem südöstlichen Mittelmeerraum sowie Vorder- bis Südwestasien kommt. Dort wächst es heute noch wild. Man nimmt an, dass es im östlichen Mittelmeerraum bereits vor 3000 Jahren gezielt als Heilmittel und Gewürz kultiviert wurde. In der Grabkammer des ägyptischen Pharaos Tutanchamun wurde ein Keramikgefäß mit den Samen gefunden. Im antiken Rom bestreute man Brotfladen mit Schwarzkümmel. Und trieb Handel. So breitete sich der Schwarzkümmel als Gewürzpflanze bis nach Indien aus. Im Iran, Libanon, in der Türkei und Bulgarien ist er ein beliebtes Brotgewürz.

Qualität und Inhaltsstoffe

Öl aus Schwarzkümmelsamen erlebte in den letzten zehn, zwanzig Jahren einen Boom als Naturheilmittel. Es riecht nach Thymian, Oregano und Bohnenkraut: Das ätherische Öl besteht zu einem Großteil aus Thymochinon, einem Stoff, der mit Thymol und Carvacrol verwandt ist. Auch die genannten Gewürzkräuter enthalten diese Duft- und Geschmacksstoffe. Trotzdem schmecken die knusprigen Schwarzkümmelsamen nicht unbedingt nach Thymian: Vielmehr haben sie ein leicht bitteres, herb-adstringierendes Aroma, das von manch feiner Zunge als nussartig empfunden wird. Ganz feine Zungen erschmecken darin sogar eine metallische Note. Doch könnte man sie ebenso als mentholartig oder harzig beschreiben - was die Sache eher trifft, denn das ätherische Öl enthält unter anderem Pinen (auch im Öl der Tanne) und Cymen (auch im Zitronen-Eukalyptus).

Verwendung in der Küche

Die nordindische Küche geht großzügig mit Schwarzkümmelsamen um. Sie sind fester Bestandteil der Gewürzmischung Panch Phoron und Würze für vegetarische Gemüsecurrys, vor allem solche mit kohlenhydratreichen Zutaten wie Linsen oder Karotten. Auch hierzulande ist es derzeit Trend, vegetarische Gerichte mit Schwarzkümmelsamen zu bestreuen. Das Farbenspiel von gelber Kürbissuppe oder orangeroter Karotten-Ingwer-Suppe mit Schwarzkümmel ist fast ein Klassiker der westlichen vegetarischen. Küche geworden. Gut harmoniert er mit stärkehaltigen Lebensmitteln. In Indien werden die Samen über das Naan-Brot gestreut, in der Türkei und im Orient geben sie Fladenbroten einen zartpfeffrigen Geschmack und einen leichten Knuspereffekt. Es lohnt sich, Bratkartoffeln oder Kartoffelgratin mit Schwarzkümmel zu probieren oder die Samen über Basmatireis zu streuen. Wenn man die Samen in einer Pfanne ohne Fett anröstet, schmecken sie noch nussiger.

Gesundheitsfördernde Eigenschaften

Das ätherische Öl des Schwarzkümmels enthält Substanzen, die helfen können, den LDL-Cholesterinspiegel zu senken. Studien geben Hinweise, dass Schwarzkümmel unser Immunsystem positiv beeinflussen kann und sogar tumorhemmende Wirkungen erzielen könnte. Zudem hat er antibakterielle und stark entzündungshemmende Eigenschaften.

Mein Tipp

Für einen orientalischen Touch

Bei Schwarzkümmel folge ich gern der orientalischen Tradition und würze damit zum Beispiel Fladenbrotteig und orientalische Brotaufstriche. Mit Senfkörnern, Kreuzkümmel, Fenchel und Bockshornkleesamen ist Schwarzkümmel auch ein Bestandteil der Gewürzmischung Panch Phoron, sie eignet sich zum Aromatisieren von Hülsenfrüchten und Gemüse. Schwarzkümmel passt aber auch gut zu Weiß- und Blumenkohl, zu Karotten, Lamm- und Schweinefleisch. Man kann ihn mit Sesam kombinieren, und er harmoniert wunderbar mit dunkler Schokolade. Allerdings dosiere ich ihn immer vorsichtig, da er sonst zu dominant wirkt.

Schwarzkümmelsamen

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