Zimt

CINNAMOMUM VERUM, CINNAMOMUM CASSIA

CINNAMOMUM VERUM, CINNAMOMUM CASSIA

Geheimnisvollste Geschichten machten ihn noch begehrenswerter: So soll im Reich der Königin von Saba mit Zimtstangen geheizt worden sein, um sich am Rauch zu berauschen. Heute betört uns Zimtduft vor allem zur Weihnachtszeit.

Herkunft und Geschichte

Der Zimtbaum, ein Lorbeergewächs, stammt aus den Tropen Asiens. Von den verschiedenen Arten haben vor allem zwei die Riten und Küchen der Völker geprägt: der Echte Zimt, auch Ceylon-Zimt genannt, und der China- oder Kassia-Zimt. Wer ein Bröckchen der Ceylon-Zimtstange auf die Zunge legt, versteht, warum dieses Gewürz jahrtausendelang die Begehrlichkeiten der Schönen und Reichen geweckt hat. Ceylon-Zimt verströmt ein elegantes Aroma, nach edlen Hölzern, Lorbeer und Gewürznelken duftend, mit Anklängen von Vanille und Orangenschalen. Die Kulturgeschichte des Zimts begann 4000 v. Chr. in China, im Orient etwa ein Jahrtausend später. Zimt wird sogar im Alten Testament erwähnt. Die Hafenstädte am Mittelmeer und die Wege der Seidenstraße blieben über Jahrtausende die Dreh- und Angelpunkte des weltweiten Handels; Zimt eroberte Phönizien, Persien, Griechen¬land, Rom, Nordafrika und später auch Europa. Im 15. Jahrhundert war Zimt so wertvoll, dass man auf den Märkten Arabiens Eunuchen und weibliche Sklaven gegen Zimtstangen eintauschte. Teuer blieb das Gewürz bis ins 18. Jahrhundert.

Qualität und Inhaltsstoffe

Zimt ist in fingerdicken Stangen und als Pulver erhältlich. Die Rinden junger Zweige des Baums werden geschält, getrocknet, dann gerollt oder pulverisiert. Ceylon-Zimt erkennt man an zwei Merkmalen: Die Stangen bestehen aus, dicht gewickelten dünnen, getrockneten Rinden; ihr Aroma - auch das des Pulvers - ist würzig, warm und angenehm süß. Das ätherische Öl des Ceylon-Zimts enthält neben dem Duftstoff Zimtaldehyd unter anderem Eugenol, das auch für Gewürznelken charakteristisch ist. Der chinesische Kassia-Zimt enthält kein Eugenol, aber mehr Zimtaldehyd und Gerbstoffe, die leicht bitter wirken. Seine Stangen sind dicker und weniger dicht gerollt, Geruch und Geschmack werden als dumpfer empfunden. Er findet sich häufig als Würze in Fertigprodukten.

Verwendung in der Küche

Zimt ist bei uns das Weihnachtsgewürz schlechthin: Er verleiht Bratapfel, Glühwein und Zimtparfait ihre festlich zartbittere Note. Ab Januar ist es mit der Zimtseligkeit wieder vorbei. Anders in China, Indien, im Orient. Dort hat Zimt das ganze Jahr über Saison, egal ob in salzigen oder süßen Speisen. Zimt würzt die Currygerichte Ceylons, den orientalischen Reis-Pilaw, er gehört in die Gewürzmischung Garam Masala und die Chutneys der Inder, in Mexiko in einen der beliebtesten Tees und verleiht den nordafrikanischen Tajine (Schmorgerichte mit Fleisch und Gemüse) ihre morgenländische Raffinesse. Die Inder braten die Zimtstangen erst in Öl oder Butterfett (Ghee) an, damit sie sich öffnen und ihr Aroma besser entfalten.

Gesundheitsfördernde Eigenschaften

Je nach Sorte enthält Zimt ätherisches Öl und Gerbstoffe in unterschiedlicher Zusammensetzung. In der Aromatherapie gilt das Zimtrindenöl des Ceylon-Zimts als das am stärksten antibakteriell wirksame Öl. Bei Grippe und Bronchitis weist es sogar antivirale Eigenschaften auf. Es wirkt antimykotisch sowie förderlich auf die Produktion von Verdauungsenzymen. Außerdem enthält es Stoffe, die den Blutzucker- und Blutfettspiegel senken.

Mein Tipp

Apartes Duftholz

Gemahlener Zimt ist hocharomatisch, aber sein Duft verflüchtigt sich schnell. Zimtstangen entfalten ihr Aroma erst, wenn man sie aufbricht, reibt oder in Flüssigkeit erhitzt. Zimt eignet sich für süße und salzige Speisen. Herzhaften Gerichten, etwa mit Linsen und Kürbis, mit Ente und Schwein, gibt er eine feine Note, wenn man ihn vor dem Servieren darüberreibt. Er passt auch gut zu Tomaten und Karotten, zu Krustentieren wie Hummer und Garnelen. In einer Tomatensauce oder -suppe lasse ich nur einen Splitter Zimtrinde kurz vor Ende der Garzeit einige Minuten mitziehen und entferne ihn dann wieder.

Ceylon-Zimstangen

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