Wissenswertes über Zimt

Wer kann schon dem würzigen, süßen und wohligen Duft von Zimt widerstehen? Egal ob zum Milchreis oder im Weihnachtsgebäck – Zimt gehört zu den beliebtesten Gewürzen. Das Gewürz passt aber nicht nur zu Süßspeisen, sondern verfeinert auch viele herzhafte Gerichte und kann sogar den Blutzuckerspiegel senken.

Herkunft und Herstellung von Zimt

"Cinnamum", so der wissenschaftliche Name des Gewürzes, wird aus der getrockneten Rinde des Zimtbaumes gewonnen. Ursprünglich wachsen Zimtbäume in Sri Lanka, Bangladesch und China. Die Rinde wird einmal im Jahr nach der viermonatigen Regenzeit geerntet und in der Sonne getrocknet. Die Rinde rollt sich von selbst zusammen und so entsteht die charakteristische Form, die Zimtstange. Zimt gelangt entweder als ganze Zimtstange oder fein gemahlen in den Handel. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist die botanische Art, Zimt ist nämlich nicht gleich Zimt. Weltweit werden drei unterschiedliche Arten für die Gewürzherstellung angebaut: "Ceylon, Cassia und Padang".

Ceylon: der Edle mit feiner Zimtnote

Der auch als Canehl oder Kaneel bezeichnete Ceylon Zimt gilt als der edelste. Er stammt ursprünglich aus dem heutigen Sri Lanka (früher Ceylon), wird aber auch auf Madagaskar, in Indonesien und in Teilen Mittelamerikas angebaut. Diese Art gilt als hocharomatisch, ihr Aroma ist fein und süßlich mit geringer Bitternote, die Farbe ist hellbraun.

Cassia: der Klassiker mit typischem Zimtaroma

Cassia Zimtstangen sind etwas günstiger als ihre Verwandten aus Ceylon, sie sind aber durchaus sehr hochwertig. Das Aroma ist im Vergleich zu Ceylon Zimtstangen etwas kräftiger, herber und weniger süß. Cassia hat das typische Zimtaroma, das wir mit diesem Gewürz verbinden. Bei dem im deutschen Handel erhältlichen Zimt handelt es sich überwiegend um die Sorte Cassia. Die Stangen stammen von Bäumen, die vor allem in Indonesien angebaut werden.

Padang: der Herbe mit holzigem Aroma

Zimtstangen aus Padang stammen aus China. Diese Sorte ist in Deutschland weniger gebräuchlich, sie wird vor allem in der asiatischen Küche verwendet und ist Bestandteil einiger asiatischer Gewürzmischungen. Der Geschmack dieser Sorte ist weniger süß, dafür deutlich herber, leicht scharf und holzig. Das typische Zimtaroma fehlt fast vollständig.

Die Verwendung von Zimt in der Küche

Zimt findet vielseitige Anwendung in der Küche für süße und herzhafte Speisen und Backwaren. Aus der Weihnachtsbäckerei ist das Gewürz nicht wegzudenken, aber es bereichert unsere Küche natürlich das ganze Jahr über. Die ganzen Stangen werden für Kompott, Milchreis, Saucen, Eintöpfe, Glühwein, Punsch oder eingelegte Früchte verwendet. Um das Aroma zu intensivieren, können die ganzen Stangen vor der Verwendung in Stücke gebrochen werden.

Das gemahlene Gewürz wird am besten erst zum Schluss über süße und herzhafte Speisen gegeben, da das Aroma der gemahlenen Variante sich schnell verflüchtigt. Die beliebte Zucker-Zimt-Mischung ist ein herrlich duftendes Topping beispielsweise für Porridge, Milchreis, Fruchtkompott, Crêpes, Waffeln oder Joghurt- und Quarkspeisen. Haben Sie schon die Kardamom-Muskatnuss-Mousse mit Trauben-Chutney ausprobiert? Dazu benötigen Sie eine halbe Zimtrinde, um der Mousse eine exotische Note zu verleihen. In vielen Küchen der Welt, wie beispielsweise der indischen, wird Zimt auch gerne für herzhafte Gerichte verwendet. Experimentieren Sie einmal mit den aromatischen Stangen und geben Sie eine kleine Menge an herzhafte Fleischeintöpfe, Lamm, Geflügel oder Wild. Selbst die Kruste eines Schweinebratens erhält durch das Gewürz eine exotische und delikate Note. Wie wäre es zum Beispiel mit einem marinierten Thunfisch?

Wirkungen von Zimt auf die Gesundheit

Das aromatische Gewürz hat tatsächlich einige positive Wirkungen auf unsere Gesundheit. Unter anderem enthält Zimtrinde einen hohen Gehalt an Antioxidantien. Antioxidantien schützen unsere Körperzellen vor sogenannten freien Radikalen, das sind schädliche Sauerstoffverbindungen, die zu Zellschäden führen können. Antioxidantien wird eine vorbeugende Wirkung vor Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zugeschrieben. Darüber hinaus kann das Gewürz den Blutzuckerspiegel positiv beeinflussen. In verschiedenen Studien konnte nachgewiesen werden, dass eine Menge von einem halben bis zwei Teelöffel des Gewürzes pro Tag die Blutzuckerwerte bei Patienten mit Diabetes Typ 2 um bis zu 29 % verbessern konnten. Allerdings enthält insbesondere der Cassia Zimt viel Cumarin, was ihn als tägliche Nahrungsergänzung ungeeignet macht.

Tipps für die richtige Lagerung

Bewahren Sie Zimtstangen in fest schließenden Behältern dunkel und kühl auf. Gut verschlossen behalten sie ihr Aroma für bis zu fünf Jahre. Zimtpulver hingegen verliert schneller an Aroma, es sollte immer gut verschlossen und ebenfalls dunkel und kühl aufbewahrt werden. Weitere Tipps und Tricks erfahren Sie in meinem Blogartikel über Gewürzaufbewahrung.

Zimt ist ein wunderbares Gewürz, das bei vielen Menschen Kindheitserinnerungen weckt. Sein leicht süßes und gleichzeitig herbes Aroma passt hervorragend zu Desserts und Gebäck, kann aber auch zum Verfeinern von herzhaften Gerichten verwendet werden.