Kurkuma (Gelbwurz)

Kurkuma, ein aus dem Wurzelstock (Rhizom) der Gelbwurz (curcuma longa) gewonnenes Pulver, wird in verschiedenen Regionen der Welt seit Jahrhunderten als Mittel zur Behandlung zahlreicher Krankheiten und Befindlichkeitsstörungen eingesetzt. Die medizinische Forschung unserer Tage konnte u.a. antioxidative, antimikrobielle, entzündungshemmende, antidiabetische und antikarzinomatöse Wirkungen von Kurkuma nachweisen. Der Inhaltsstoff der Gelbwurz, der am intensivsten auf seine Wirkungen hin untersucht wurde – und wird – ist Curcumin. Korrekterweise müsste man von Curcuminoiden sprechen, da das, was allgemein als Curcumin bezeichnet wird, eigentlich eine Mischung von 3 chemisch eng verwandten Inhaltsstoffen (Curcuminoiden) der Pflanze ist.

Die Curcuminoide haben insgesamt nur einen kleinen Anteil an der Gelbwurz, wobei Curcumin, die Substanz, der die biologischen und medizinischen Wirkungen von Kurkuma zugeschrieben werden, nur in geringen Mengen, von 2,5-6%, enthalten ist.

Wie groß das wissenschaftliche Interesse an Curcumin ist, belegen die über 5600 Veröffentlichungen, die hierzu in den letzten 10 Jahren erschienen sind. In neuerer Zeit sind, neben Curcumin, ca. 235 weitere Inhaltsstoffe aus der Gelbwurz isoliert worden. Und damit stellt sich für die Wissenschaft die Frage, ob die beschriebenen Wirkungen von Kurkuma ausschließlich dem Curcumin zuzuschreiben sind, oder, ob andere Inhaltsstoffe für sich alleine, oder in „Zusammenarbeit“ mit Curcumin dafür verantwortlich sein könnten.

Neuere Erkenntnisse: experimentelle Untersuchungen an Zellmodellen haben gezeigt, dass die Wirkungen von Abbauprodukten des Curcumins auf den Stoffwechsel bestimmter Zellen deutlich stärker sind, als die der Muttersubstanz.

Andere Untersuchungen weisen auf eine bedeutende Rolle des Darmmikrobioms für die Verstoffwechselung des Curcumins hin.

Curcumin kann die Zusammensetzung der Bakterienflora des Darms beeinflussen und die Darmbakterien sind in der Lage Curcumin abzubauen. Die Abbauprodukte haben einen wesentlichen Anteil an den pharmakologischen Wirkungen von Curcumin (s.o.).